Robert Gerhard Falk


      geb.: 6.11.1929 in Freiburg

      gest.: 23.10.2017 in Sydney, Australien

      Beruf: Angestellter


      Wohnorte:

      1929

      Von: 6.11.1929 bis: 3.7.1938

      Romaneistr. 9, Emmendingen

      1938

      Von: 3.7.1938 bis: 12.1938

      Schlosserstr. 16, Emmendingen

      Emigration:

      1939

      Von: 5.1939 bis: unbekannt

      Aus: Freiburg nach: Amsterdam, Niederlande

      Transportmittel: Zug

      1939

      Von: 19.5.1939 bis: unbekannt

      Aus: Amsterdam, Niederlande nach: Colombo, Ceylon (Sri Lanka)

      Transportmittel: SS J.P. Coen

      1939

      Von: 10.6.1939 bis: unbekannt

      Aus: Colombo, Ceylon (Sri Lanka) nach: Sydney, Australien

      Transportmittel: SS Orontes

      Der neunjährige Robert Falk emigriert mit seinen Eltern Fritz und Martha Falk. Auf demselben Schiff befindet sich Bernhard Falk, der Bruder seines Vaters, mit seiner Familie.


       

      Familienzusammenhänge

      Eltern:

      Mutter:

      Martha Falk, geb. Weil

      geb. am 3.2.1900 in Basel, Schweiz

      gest. am 8.7.1996 in Sydney, Australien

      Vater:

      Siegfried Fritz Falk

      geb. am 12.8.1891 in Emmendingen

      gest. am 22.3.1967 in Sydney, Australien


      Ehepartner:

      Hochzeitsdaten unbekannt

      Louise Falk

      geb. am 31.1.1940 in Rose Bay, Australien

      gest. am unbekannt in unbekannt

       

      Biografie

      Robert Gerhard Falk wurde am 6. November 1929 als einziges Kind von Siegfried genannt Fritz und Martha Falk in der Freiburger Hegarklinik geboren. Seinem Vater gehörte zusammen mit seinem Bruder Bernhard die bekannte und gut gehende Eisenwarenhandlung in der Theodor-Ludwig-Straße 11, die sein  Großvaters Hermann Falk gegründet hatte. Die Familie wohnte in der Romaneistraße 9. Am 12. Februar 1934 starb Hermann Falk. 

      Ostern 1936 wurde Robert Falk in die Jüdische Schulabteilung in der Markgrafenschule eingeschult. Dort unterrichtete der jüdische Lehrer Isaak Hobel in zwei Klassen (1-3 und 4-8). Wegen zu geringer Schülerzahlen wurde diese Schulabteilung Ostern 1937 aufgelöst. Robert Falk musste dann die Jüdische Schulabteilung an der Freiburger Lessingschule besuchen. „Dorthin ging ich bis zum März 1938“, schreibt er selbst in seinem Lebenslauf vom Juni 1958. „Dann brachten mich meine Eltern wegen zunehmender Judenverfolgung zur Sicherheit zum Grossvater in die Schweiz. Dort musste ich warten, bis meine Eltern mich auf der Durchreise zur Auswanderung nach Australien mitnahmen, nachdem mein Vater von Dachau freigelassen wurde. Da ich jedoch in der Schweiz keine Aufenthaltserlaubnis hatte, konnte mich mein Großvater nicht zum Schulbesuch anmelden.“ So erlebte Robert Falk den Umzug seiner Eltern Anfang Juli 1938 in die Schlosserstraße 16 nicht mehr mit. 

      In Basel war schon fast schon die ganze Familie Falk versammelt. Martha Falks Vater Julius Weil war gebürtiger Emmendinger und nahm mit seiner zweiten Frau Zippora nach und nach fast alle Falks auf: Zuerst im März 1938 Enkel Robert, dann in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 Bernhard Falk, kurz darauf dessen jüngere Tochter Lieselotte und im Januar 1939 den in Dachau schwer misshandelten Fritz Falk. Im April 1939 traf Bernhard Falks Frau Selma in Basel ein, und Bernhard Falks ältere Tochter Marianne und Robert Falks Mutter Martha Falk kamen schließlich Anfang Mai 1939 in Basel an. 

      Am 19. Mai 1939 flogen die sieben Falks nach Amsterdam, gingen dort an Bord der "J.P. Coen" und reisten nach Colombo im damaligen Ceylon (Sri Lanka). Am 10. Juni 1939 schifften sie sich dort auf der "Orontes" ein, um nach Sydney in Australien zu gelangen. Großmutter Klara Falk emigrierte Ende September 1939 über Zürich nach Australien. Nur die seit 1929 in zweiter Ehe mit einem Christen verheiratete und in Freiburg lebende Berta Mangold, ältere Schwester von Bernhard und Fritz Falk, blieb. 

      Die Familien ließen sich in Sydney nieder. Sie wohnte in der 161 Victoria Road im Stadtteil Bellevue Hill. Robert Falk musste dort wieder die erste Klasse besuchen, weil er kein Englisch konnte. So verließ er die Schule erst mit 18 statt mit 15 Jahren. Am 19. Oktober 1942 hatte er in Sydney seine Bar Mizwa gefeiert.

      Robert Falk wäre gern Chemiker geworden, aber die finanziellen Verhältnisse seiner Eltern erlaubten ihm kein Studium. So übernahm er schließlich die von seinem Vater und seinem Onkel gegründete Lederwarenfabrik. Er heiratete und bekam mit seiner Frau Louise eine Tochter namens Anne und einen Sohn namens Samuel Mark.

      Auf Einladung der Stadt Emmendingen war Robert Falk 1999 in seiner Geburtsstadt.

      Robert Falk starb am 23. Oktober 2017 kurz vor seinem 88. Geburtstag in Sydney und wurde auf dem Rookwood General Cemetery bestattet. 

      Dorothea Scherle

       

       

      Photographien

      Die beiden Falk-Brüder mit ihren Familien kurz vor der Emigration im Mai 1939 in der Schweiz (von links): Bernhard Falk, Marianne Falk, Selma Falk und vorne Lieselotte, Fritz Falk, Martha Falk und vorne Robert (Quelle: Peter Grunfeld).
      Hermann und Klara Falk mit ihrern Enkeln Marianne, Robert und Lieselotte um 1930 vor ihrer Eisenwarenhandlung in Emmendingen (Quelle: Peter Grunfeld).

      Dokumente

      Handschriftlich ausgefülltes Formular von Robert zur Annahme des Zwangsvornamens "Israel" am 2. Januar 1939 (Quelle: Stadtarchiv Emmendingen Faszikel 371/2 1939-1964).
      Passagierliste der SS Orontes aus dem Jahr 1939 mit den Namen der beiden Falk-Familien: Bernhard, Selma, Marianne und Lieselotte Falk sowie Fritz, Martha und Robert Falk (Quelle: Ancestry).
      Handgeschriebener Lebenslauf Robert Falks aus dem Jahr 1958 (1) (Quelle: StaF F 196/1 Nr. 11517)
      Handgeschriebener Lebenslauf Robert Falks aus dem Jahr 1958 (2) (Quelle: StaF F 196/1 Nr. 11517)

       

       

      Archiv & Quellen:

      Archivalien

      ArchivQuelleSignatur
      Stadtarchiv Emmendingen Meldekarte

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      Staatsarchiv Freiburg

      F 196/1 Nr. 12517

      Privatarchiv Peter Grunfeld

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      My Heritage Stammbaum, verwaltet von Claudio Lindner

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      Geni Stammbaum

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      Ancestry Fremantle, West-Australien, Passagierlisten, 1897-1978

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      Find A Grave Robert Gerhard Falk

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      Australian Jewish Historical Society Collections Robert Falk Burial record 18282 (ohne Foto)

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